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Dienstag,
26. September 2017
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Lehrer sehen Bildungsplan neben Lehrplänen als Problem

Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre - Schulfuchs.de
Fotos Schulfreunde
Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre
Fotos Diashow
17.11.2013 Thüringen will als erstes Bundesland einen Bildungsplan vorlegen, der für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr gilt. Der aktuelle Bildungsplan reicht nur bis zum 10. Lebensjahr. Damit betrifft der Thüringer Bildungsplan künftig auch alle Schulen, inklusive Gymnasien und Regelschulen. Pädagogenverbände sehen das skeptisch und befürchten ein problematisches Nebeneinander der neuen erziehungswissenschaftlichen Grundlage und der Lehrpläne. Das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk Weblink  
   
Mehrere Verbände werfen demnach dem Bildungsministerium unzureichende Vorarbeit vor. Petra Rechenbach von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) bemängelt, dass "keine Evaluierung vorliegt, die zeigt, wie der aktuelle Bildungsplan von den Grundschulen genutzt wird". Rechenbach sagte MDR THÜRINGEN, dass der Bildungsplan "recht überstürzt" erweitert werde, sie hätte sich mehr Zeit gewünscht. Ines Musch vom Thüringer Philologenverband sagte MDR THÜRINGEN, "da wird der zweite Schritt vor dem ersten getan". Es sei nichts darüber bekannt, wie der bisherige Bildungsplan in Grundschulen angenommen wird.   
   
Ministerium hält Bildungsplan-Evaluierung nicht für sinnvoll   
   
Das Bildungsministerium hält eine Evaluierung nicht für sinnvoll, zumal es an den Grundschulen keinen Fachunterricht gebe. Staatssekretär Roland Merten sagte MDR THÜRINGEN, es gebe viele positive Rückmeldungen von Fachreferenten, und der Fokus liege auf den Inhalten. Die Einbeziehung von Erziehungswissenschaftlern und Praktikern sorge außerdem dafür, dass der Bildungsplan und die Lehrpläne miteinander kompatibel seien. Im Unterschied zu den Lehrplänen betrachte jedoch der Bildungsplan die "gesamte Bildungsbiographie aus der Perspektive des Kindes".   
   
Die Lehrerverbände halten es für sehr schwierig, den Bildungsplan beispielsweise an Gymnasien und Regelschulen umzusetzen. Die GEW und der Thüringer Lehrerverband (TLV) betonen, dass sie die Erweiterung bis 18 Jahre nicht gefordert haben. "Danach hat keiner geschrien", sagte Petra Rechenbach von der GEW. Und weiter: "Für Kitas ist der Bildungsplan sinnvoll, aber dass er im Schulbereich die Rolle spielen wird, wage ich zu bezweifeln."   
   
Sehr umfangreich und kein Selbstläufer   
   
Die Grundidee sei nicht schlecht, sagte Ines Musch vom Philologenverband. Aber die Lehrer seien durch ständige Neuerungen und zusätzliche Aufgaben bereits ausgelastet und die Lehrpläne seien randvoll. Es komme deshalb sehr darauf an, wie der Bildungsplan gerade gestandenen Kollegen schmackhaft gemacht werde. Es müssten an den Schulen aktiv einzelne Punkte präsentiert werden, dann könnte es eine Bereicherung sein. Doch der Bildungsplan selbst sei zu umfangreich, um sich von selbst zu etablieren. "Weniger wäre mehr, vielen Lehrern würden Leitlinien ausreichen", sagte Birgit Drischmann vom TLV MDR THÜRINGEN. Vieles ließe sich knapper formulieren und Selbstverständlichkeiten müssten ihrer Meinung nach nicht im Bildungsplan stehen.   
   
Der neue Bildungsplan definiert zehn Bildungsbereiche wie Naturwissenschaft, Mathematik, Musik, Medien und Religion und formuliert Kompetenzen. Unter naturwissenschaftlichen Basiskompetenzen findet sich im bisherigen Bildungsplan beispielsweise:   
"Erfahrungen mit Erde/Sand gewinnen Kinder beim Umgang mit Sand im Sandkasten..." oder "Erfahrungen mit Luft gewinnen Kinder ... beim ‘Durchzug‘ von Wind durch Räume mit geöffneten Türen und Fenstern" sowie „durch das Ein- und Ausschalten von Licht wird der Hell-Dunkel-Gegensatz wahrgenommen“.   
   
Regulärer Start zum Schuljahr 2015/2016   
   
Der neue Thüringer Bildungsplan für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre wurde von Erziehungswissenschaftler zusammen mit einem Beirat erarbeitet. Jetzt wird das Werk im Bildungsministerium auf seine Vereinbarkeit mit dem Schulrecht überprüft. Ab dem kommenden Jahr soll das Papier dann in ausgewählten Schulen, Jugend- und Freizeiteinrichtungen praktisch erprobt und gegebenenfalls angepasst werden. Regulär in Kraft treten soll der neue Thüringer Bildungsplan mit dem Schuljahr 2015/2016.
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  Egi am 04.12.2015    Interessanter Artikel. Ich verbrachte die elfte Klasse in Finnland in einer Gastfamilie und habe schon sehr viele Diskussionen mit den unterschiedlichsten Leuten dazu geführt. Ich denke, der Hauptunterschied ist wirklich in der kulturellen Wertung von Bildung zu sehen. In Finnland, so mein Eindruck, ist Bildung und das Erreichen eines Bildungserfolgs viel h her angesehen als in Deutschland. So habe ich es beispielsweise nie erlebt, dass SchülerInnen aufgrund von guten Schulleistungen als langweilige Streber abgetan wurden. Im Gegenteil, gut in der Schule zu sein, ist generell sehr positiv. Schule ist so auch viel mehr in der Lebensrealität aller verankert und nimmt mehr Raum und Zeit ein. Hinzu kommt auch, und darin liegt die positive Bewertung von Bildung eventuell auch begründet, dass in den Unterrichtsphasen keine m ndlichen Noten vergeben werden und die Bewertung so objektiv wie nur möglich gehalten wird. Eine Folge davon ist, so erlebte ich es, dass so die Beziehung zwischen Lehrer und Sch lern enger und lockerer sein kann. Das finnische System hat dennoch auch, meiner Meinung nach, seine schlechten Seiten, die oft nicht erw hnt werden. In Deutschland soll in der Schule explizit eine ganzheitliche Bildung des Menschen geschehen. Das heißt, es soll neben der Wissensvermittlung auch eine Erziehung zu einem demokratischen, m ndigen, sozialen Mitglied der Gesellschaft stattfinden, weswegen Unterricht in Deutschland stark ausgelegt ist auf Diskussionen und Analyse von Sachverhalten. In Finnland fand zumindest in dem Unterricht, den ich erlebte, eher Frontalunterricht statt, Diskussionen gab es kaum. Das wird eher in die Familie verlagert. Damit treffen einfach zwei unterschiedliche Konzepte von Bildung aufeinander, die beide ihre Berechtigung haben. Die positiven PISA-Ergebnisse Finnlands sind sicherlich auch damit zu begründen, dass die Testverfahren in Finnland für
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