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24. August 2017
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Thüringer will nur noch inklusive Schulen

29.1.2016 Die rot-rot-grüne Landesregierung will in diesem Jahr das Thüringer Schulgesetz überarbeiten. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN soll dabei das bisherige Förderschulgesetz vollständig im allgemeinen Schulgesetz aufgehen. Wie Ministeriumssprecher Gerd Schwinger sagte, erarbeitet das Bildungsministerium derzeit den Vorschlag für eine Neufassung. Ziel sei es, dem Landtag bis Jahresende einen Gesetzentwurf vorzulegen.
 
Nach den Eckpunkten, die MDR THÜRINGEN vorliegen, sollen künftig grundsätzlich alle Schulen inklusive Schulen werden. Parallel dazu würden die Förderschulen aber nicht  abgeschafft, sondern als Kompetenzzentren weitergeführt werden. Nur noch im Ausnahmefall sollen dort Kinder über einen längeren Zeitraum unterrichtet werden. Die Vorschulgruppen an den Förderzentren sollen wegfallen. Darüber hinaus ist offenbar beabsichtigt, die Förderzentren mit den Schwerpunkten geistige und körperlich-motorische Entwicklung weitgehend in der bisherigen Form zu erhalten.
 
Vertreter der Thüringer Sonderpädagogen und der Lehrer bewerten die Pläne grundsätzlich positiv. Gisela Langer vom Verband Thüringer Sonderpädagogen nannte es bemerkenswert, dass die Verbände in so einer frühen Phase der Gesetzgebung einbezogen werden. Wichtig sei nun, wie das Gesetz konkret ausgestaltet werde.  Der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes Rolf Busch mahnte, für eine Ausweitung der Inklusion müssten aber auch die räumlichen und personellen Voraussetzungen stimmen. Bisher würden die Lehrer häufig allein gelassen. Eine halbe Stelle für Sonderpädagogen pro Schule sei viel zu wenig, um den vom Ministerium geforderten gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne speziellen Förderbedarf auch umsetzen zu können. Außerdem seien die Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen nicht genügend auf die neuen Aufgaben vorbereitet und deshalb oft überfordert. Der Thüringer Lehrerverband fordert deshalb zwei Pädagogen pro Klasse, um sich angemessen um alle Schüler kümmern zu können.
 
Vertreter der Lebenshilfe und der Eltern bewerten die Pläne deutlich skeptischer. Gisela Schröter von der Lebenshilfe sagte MDR THÜRINGEN, für die in ihrem Verein organisierten Mitglieder sei das Elternwahlrecht entscheidend. Gerade für Kinder mit Mehrfachbehinderung wünschten sich die Eltern auch in Zukunft den Unterricht an spezialisierten Förderschulzentren. Zudem gebe es Kinder, die im gemeinsamen Unterricht an Grund- oder Regelschule scheiterten und deshalb wieder an Förderschulen unterrichtet würden. Häufig würden sich durch den Schulwechsel bei diesen Kindern die Lernschwierigkeiten zuspitzen. Der Landeselternsprecher für die Förderschulen Stefan Nüßle forderte, bei der Neufassung des Thüringer Schulgesetzes auch die Inklusion an Berufsschulen zu regeln. Für den Übergang von Kindern mit Förderbedarf aus der Schule in den Beruf fehlten bisher konkrete Vorgaben. Das Gesetz müsse ausführlich diskutiert werden, so Nüßle, damit es von einem breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens getragen werden kann.  
 
Die Zahl der Kinder mit Förderbedarf, die inklusiv an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden, hat sich laut Bildungsministerium von 28 Prozent im Schuljahr 2011/2012 auf 36,5 Prozent in diesem Schuljahr erhöht. Im gleichen Zeitraum sind zehn Förderschulzentren geschlossen worden. Betroffen waren Einrichtungen in Sülzhayn, Arnstadt, Ottendorf, Sondershausen, Artern, Bad Frankenhausen, Straußfurt, Buttstädt, Meuselwitz und Erfurt.
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