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Sonntag,
24. September 2017
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Geschmacklos: Als DDR-Grenzer auf Flüchtlinge schießen

Nachtrag: Aufgrund der zahlreichen Proteste in Medien, Briefen und Anrufen hat die Hochschule entschieden, das umstrittene Computerspiel nicht wie geplant am 3. Oktober 2010 zu veröffentlichen. Die Hochschule steht jedoch hinter dem Entwickler und dem Projekt, das einen sehr hohen künstlerischen Anspruch habe. Zudem wolle man damit Jugendliche über deren Leitmedium erreichen. Das PC-Shooter-Spiel soll nun im Dezember erscheinen und dann zusammen mit Experten präsentiert werden.  
  
Ein Ballerspiel sorgt für Diskussion: 1378 km heißt der so genannte Ego-Shooter in dem der Computerspieler in die Rolle eines DDR-Grenzsoldaten schlüpft. An verschiedenen realen Orten wie Point Alpha in Thüringen wird der Grenzer mit Flüchtlingen konfrontiert.   
     
Die Szenen sind in 3D-Perspektive erlebbar. Der oder die Spieler können entscheiden, als Republikflüchtling oder Grenzsoldat zu agieren. Die Flüchtlinge müssen versuchen den realistisch abgebildeten Todesstreifen, Zäune und Selbstschussanlagen zu überwinden.     
   
Die Grenzer versuchen die Flüchtlinge dabei aufzuhalten. Sie haben die Wahl, die Flüchtlinge entkommen zu lassen, sie zu verhaften oder auf sie zu schießen. Schießt der Grenzer den Flüchtling am Grenzzaun nieder und tötet ihn, kann er mit dem höchsten DDR-Orden dekoriert werden. Zugleich landet der Todesschütze jedoch im Jahr 2000 vor einem dann westdeutschen Gericht.   
     
Medien-Pädagogen, Historiker oder auch die Stiftung Point Alpha halten das Spiel für geschmacklos. Mauertote waren schreckliche Realität und dürften nicht Gegenstand eines Spiels sein. Diese Herangehensweise befriedige niedere Instinkte.   
   
Die Spieleentwickler betonen dagegen die freie Rollen- und Entscheidungswahl in ihrem Game und sehen einen neuen Zugang zur Geschichte. Die Provokation ist offenbar wichtigste Zutat in ihrer Herangehensweise, für kräftige Medienresonanz hat sie jetzt schon gesorgt.     
   
Der Ego-Shooter wurde im Gamelab der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe entwickelt und kann ab 3. Oktober 2010 kostenlos Weblink herunter geladen werden, heißt es. Aber wer weiß, vielleicht löst sich die angekündigte Provokation auch anders auf?!   
   
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