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Mehr Unterricht für ältere Lehrer
Termin: 01.01.1970 

Auf die Thüringer Lehrerinnen und Lehrer kommt mehr Arbeit vor den Schülern zu. Bildungsminister Christian Tischner (CDU) will den Unterrichtsausfall minimieren, indem ältere Kollegen mehr Unterrichtsstunden als bisher halten müssen. Bisher mussten Kollegen ab 55 Jahren wöchentlich zwei Unterrichtsstunden weniger halten, als jüngere Kollegen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 werden die zwei Abminderungsstunden erst ab einem Alter von 60 Jahren gewährt. Dafür gibt es später zusätzliche Abminderungsstunden: Ab 63 Jahren sollen es drei Stunden pro Woche sein und ab 66 Jahren dann vier Abminderungsstunden. Das Ministerium sieht das als Anreiz, Pädagogen länger im aktiven Schuldienst zu halten. Die Gewerkschaften lehnen das Modell ab. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält das für eine Verschlechterung und rechnet damit, dass noch mehr Kollegen früher in den Ruhestand wechseln und Renten-Abschläge in Kauf nehmen. Die verfehlte Schulpolitik werde damit auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer ausgetragen. Der Thüringer Lehrerverband (tlv) sieht es ähnlich und spricht davon, dass die Maßnahmen auf die Gesundheit und Belastbarkeit der Kollegen gehe. Das Thüringer Bildungsministerium der Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD hat zudem weitere Maßnahmen angekündigt: So sollen Lehrer und Schulen von Bürokratie entlastet werden. So entfallen regelmäßige dienstliche Beurteilungen sowie der Kompetenztest der 6. Klassen. Dokumentationspflichten und Zeugnisformulare werden einfacher, heißt es. Außerdem soll eine einheitliche Schulverwaltungssoftware für ganz Thüringen eingeführt werden. Der KI-Assistent "Telli" soll Lehrer bei der Unterrichtsvorbereitung und dem Austausch mit Eltern unterstützten.  |