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Partei hat Angst vor Lehrer-Meinung
Es ist nicht bekannt, dass Lehrerinnen und Lehrer sich undemokratisch verhalten, Schülern ihre Meinungen und Ansichten aufdrängen oder deren Meinungen nicht gelten lassen. Doch genau das scheint die AfD pauschal Pädagogen zu unterstellen und zu fürchten.   
   
Jedenfalls haben Hamburger AfD-Politiker eine Website eingerichtet auf der sie auffordern, Lehrer zu melden, die sich nicht neutral verhalten. Auf der Seite heißt es, es gebe immer wieder Hinweise, dass Lehrer nicht nicht neutral verhielten: Es gehe um "plumpes AfD-Bashing", fehlerhaftes und unsachliches Unterrichtsmaterial oder auch um Pädagogen, die mit FCK-AfD-T-Shirts vor die Schüler treten. In anderen Bundesländern, heißt es in Medienberichten, überlegen AfD-Politiker ebenfalls, entsprechende Onlineaktionen zu starten.  
  
Der Aufruf, Lehrer anzuschwärzen, stößt bundesweit auf scharfe Kritik und hat eine Debatte ausgelöst. So sagte der Thüringer Bildungsminister und Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter, das Vorgehen erinnere "an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte". Seiner Meinung nach sollten alle Warnglocken läuten, wenn eine Partei das Anschwärzen von Lehrern und deren Überwachung zu adäquaten Mitteln ihres Handelns erklärt. An die Lehrerinnen und Lehrer gerichtet, sagte Holter, sie sollten sich nicht verunsichern lassen und weiter auf offenen Dialog setzen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, sagte mit der Onlineaktion werde sozusagen offenes Denunziantentum organisiert.   
  
Zahlreiche Bildungsexperten finden es befremdlich, dass die Partei ein vermeintliches Problem definiert, ohne zu belegen, dass es tatsächlich existiert. Außerdem setze die Partei damit erstens schlicht auf Provokation und zweites begibt sie sich eine Opferrolle, so als würden Lehrer bundesweit im Schulunterricht gegen sie agitieren.  
  
Klar ist, Lehrer müssen ihre Meinung nicht verstecken. Die Pädagogen sind aber gehalten, alle demokratischen Meinungen in der Schule und im Unterricht zu tolerieren und zu diskutieren. Kein Schüler darf sich wegen seiner Meinung ausgegrenzt fühlen. Ihre eigene Meinung dürfen Lehrerinnen und Lehrer aber natürlich deutlich machen, diese aber nicht den Schülern aufdrängen.
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