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— Lehrerservice —
Alles geklaut ! Plagiate finden.

 
„Digitale Plagiate“ oder „Mogeln mit Neuen Medien“
Abschreiben aus dem Internet ist für Schüler ein alltäglicher und routinierter Vorgang geworden. Viele Lehrkräfte dagegen haben noch Nachholbedarf beim Erkennen der Quellen.
Praktischer Umgang mit dem Problem Plagiate
Der Schüler erhält einen Arbeitsauftrag. Er wird als erstes Informationen im Internet suchen und auf eine Vielzahl von fertigen Referaten stoßen. Er kopiert ein Referat und gibt es ab(Vielleicht hat er es vorher „sogar“ ein wenig umgearbeitet). Dieser Schüler hat wenig oder gar nichts gelernt und nur Material kopiert. Durch genaueres Nachfragen nach dem Referat ist es möglich, den Mogler als solchen zu „outen“. Alle Fachtermini müssen gekonnt werden. Zum Referat müssen alle Quellen, die benutzt wurden, angegeben werden, und die Lehrkraft sollte diese mit der Klasse in Stichproben nachprüfen. Zum Beispiel müssen alle im Referat genannten Orte auf einer Karte gezeigt werden können!
Tipp
Achten Sie auf Symptome, die den Verdacht auf Kopie verstärken. Wenn sich mitten in einer Arbeit der Stil ändert oder dieser dem Schüler überhaupt nicht entspricht, ist dies ein Hinweis. Ungewöhnliche Wörter, seltene Substantive oder sich regelmäßig wiederholende Rechtschreibfehler (z. B. bei Namen) können auch auffallen.
Wenn gelegentlich Passagen einer Arbeit in alter Rechtschreibung verfasst sind, typographische Merkmale wechseln (Schriften, Zeilenabstände ...), sind dies Spuren.
Tipp
Bei schriftlicher Abgabe geben Sie verdächtige Passagen (max. 5 - 6 Worte) in Anführungszeichen in das Suchfeld einer oder mehrerer Suchmaschinen ein - (google ist momentan - 2005 - die beste). Oft erscheint dann das Original der "Schülerarbeit". Wählen Sie mehrere markante Ausdrücke aus dem Text – im Suchfeld durch Leerzeichen getrennt – und nutzen Sie die Fähigkeit der Suchmaschine Begriffe gemeinsam zu suchen.
Oft werden von den Schülern mit den Texten gleich die Bilder mitkopiert. Die Bildersuche von Google führt zu den Originalseiten, in die das Bild eingebettet war.
Tipp
Sprechen Sie schon vor dem Beginn des selbstständigen Arbeitens Ihrer Schüler das Problem an: Wo beginnt der Betrugsversuch und welche Konsequenzen hat er.
Tipp
Formulieren Sie Aufgaben und Arbeitsanweisungen kreativ und außergewöhnlich, so dass es schwierig wird, entsprechende Antworten aus dem Internet zu kopieren.
Ausführliche Informationen im Internet
Zum Thema Plagiat gibt es ausführliche weiterführende Informationen. Ganz besonders zu empfehlen der Onlinekurs „Fremde Federn Finden“ von Prof. Dr. Debora Weber-Wulff.
Sie werden einige Stunden brauchen, danach sollten Sie in der Lage sein, Plagiate ohne Spezialsoftware zu entdecken. Weblink
Als Vertiefung des Themas mit vielen Verweisen eignet sich der Text Studentischer Trendsport "Copy-and-paste" – Plagiate erkennen, überprüfen und verhindern. Der Aufsatz von Frank Schätzlein ist für Lehrkräfte immer noch eine der informativsten Quellen. Er wurde 2004 aktualisiert .
Quellen für Lehrkräfte
lehrer-online hat mehrere Seiten zum Themenkomplex „Schutz vor digitaler Mogelei“. Weblink
Viele Studenten schreiben aus dem Internet ab
Nie war geistiger Diebstahl für deutsche Studenten einfacher als im Zeitalter des Internets. Für Deutschland gibt es keine gesicherten Zahlen, wie viele Studenten mit dem Internet betrügen. Anders sieht es in den USA aus: Die University of California in Berkeley meldete bereits 1997 eine Steigerung der Täuschungsversuche um 744 Prozent in nur drei Jahren.
Jetzt bekommen die akademischen «Bluthunde» bei der Fahndung nach digitalen Plagiaten Unterstützung aus dem Internet: Bereits 800 amerikanische Highschools und Universitäten nutzen den Suchdienst Weblink , der jede hochgeladene Arbeit mit 800 Millionen Internet-Dokumenten vergleicht und in wenigen Sekunden erkennt, welcher Absatz abgeschrieben ist. Auch in Australien, China und Deutschland hat der Service regelmäßige Nutzer.
Turnitin.com oder Konkurrenzsysteme wie Integriguard und die «Essay Verification Engine» weisen den Betrug auch dann nach, wenn bis zu 50 Prozent des Originals verändert wurden.
Der wichtigste Grund für das fehlende Unrechtsbewusstsein deutscher Studenten scheint der Mangel an Strafen zu sein. Wer beim Kopieren der Hausarbeit auffliegt, erhält meist lediglich seinen Schein nicht und kann das Seminar noch einmal belegen - keine Abschreckung für Abschreiber. Ganz anders in den USA, wo Betrugsfälle in den Uni-Zeitungen publik gemacht und die Studenten exmatrikuliert werden - auch wenn sie dann vergeblich zigtausend Dollars in ihre Ausbildung investiert haben.
Deutsche Hochschullehrer fordern ähnlich harte Sanktionen - im Extremfall den Ausschluss aus der Universität sowie die Aberkennung von Diplomen und Doktortiteln.
(17.12.2001, überarbeitet am 14.10.2004)
Plagiat-Suchdienste (kostenpflichtig)
Weblink
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BRD: Verpflichtende Erklärung bei Hausarbeiten
Auch einige deutsche Hochschulen haben Maßnahmen gegen das Abschreiben aus dem Internet ergriffen:
So müssen Studierende beispielsweise in Mainz und Darmstadt zu jeder Hausarbeit (nicht nur zu Diplomarbeiten und Dissertationen) eine Erklärung abgeben, dass sie die Arbeit selbstständig erstellt bzw. alle verwendeten Quellen angeführt haben.
Bei einer Plagiatsenthüllung ist durch diese Erklärung der Rechtstatbestand des "Betrugs" erfüllt und kann zur Grundlage eines Prozesses mit dem Ziel des Hochschulverweises werden. In erster Linie soll eine solche Verfügung freilich abschreckende Wirkung haben.
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